29. November Antira Demo in Neuss

Frauenaktionstag im Abschiebestaat BRD

Auch in diesem Jahr steht der 25. November weltweit im Zeichen des Kampfes um Befreiung von Formen gegen Frauen gerichteter Gewalt.

Diese Tradition geht zurück auf das Schicksal dreier Frauen, die 1960 in der Dominikanischen Republik nach einem Besuch politischer Gefangener von Schergen des Trujillo-Regimes vergewaltigt und ermordet wurden. Der 1982 von lateinamerikanischen Aktivistinnen eingeführte Internationale Frauenaktionstag sollte der hiesigen Linken als Anlass dienen, Stellung gegen institutionellen und gesellschaftlichen Sexismus in der BRD zu beziehen. Hiervon betroffen sind beispielsweise in die Mühlen der rassistischen Abschiebepraxis geratene Migrantinnen.
An wenigen Orten in der BRD wird dies ähnlich deutlich wie im niederrheinischen Neuss, wo seit 1993 der bundesweit einzige Frauenabschiebeknast in Betrieb ist. Derzeit sind in der JVA an der Grünstraße mitten in der Neusser Innenstadt circa 20 von Abschiebung bedrohte Frauen inhaftiert. Abschiebehaft bedeutet für die bis zu 18 Monate lang Inhaftierten ein “Leben” hinter Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffnetem JVA-Personal. Der psychische Druck, der hier auf die Frauen ausgeübt wird, ist schier unvorstellbar. So versuchte beispielsweise im Jahr 2006 eine 57-jährige, von der Abschiebung nach China bedrohte Frau sich in der JVA zu erhängen. Am 8.Mai 2006 starb sie in einem Neusser Krankenhaus an den Folgen eines Suizidversuches. Die aus Shanghai stammende Frau war im Januar 2006 mit der Begründung, ihr würde die Aufenthaltsgenehmigung bzw. ein Pass fehlen, von Zivilbeamten verhaftet und von einem Amtsrichter in Abschiebehaft geschickt.
Insgesamt sind seit 1993 in Deutschland etwa 49 Suizide in Abschiebehaft dokumentiert. Da keine offiziellen Statistiken existieren, dürfte die Dunkelziffer wesentlich höher liegen. Das einzige “Verbrechen” von Abschiebehaft bedrohter Frauen ist ihre Migration in die BRD, wo sie als “Sans Papiers” ein von permanenter Unsicherheit und Angst geprägter Alltag erwartet.
Die Frauen fliehen vor Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution und Zwangsverheiratung. Sie entschließen sich zur Migration, weil sie in ihrem Herkunftsland keine Chance auf Bildung oder Ausbildung haben. Frauen entscheiden sich zur Flucht, weil sie als Lesben, Angehörige einer ethnischen bzw. religiösen Minderheit oder politische Aktivistinnen verfolgt werden. Frauen treffen die Entscheidung zur Migration, weil sie keinerlei Möglichkeit sehen, genügend Geld zum Leben zu verdienen. Sie migrieren, weil sie sich nicht in die vorgeschriebenen Frauenrollen pressen lassen wollen. Frauen fliehen vor Kriegen, vor den Folgen der Kolonialisierung. Sie werden vertrieben, sie entfliehen der gezielten Zerstörung ihrer ökonomischen und ökologischen Lebensgrundlagen. Auch künftig werden also Migrantinnen die Zeit bis zu ihrer Deportation in für sie oftmals lebensgefährlichen Verhältnissen innerhalb der Mauern der Haftanstalt Neuss verbringen müssen.
Umso unerträglicher ist es, dass die allgemeine Privatisierungswelle selbst vor diesem Bereich nicht Halt macht und das Elend und die Verzweiflung inhaftierter Flüchtlinge auch noch unter kapitalistischen Verwertungsmechanismen ausgebeutet werden. Das Geschäft mit der Abschiebung floriert mittlerweile in der BRD. „Professionell und effizient“ sind die Schlagworte, unter denen Überwachungs- und Versorgungsbereiche in die Hände von privaten Anbietern gelegt werden. Ziele sind Teile der Bewachung und Organisation von so genannten Ausreisezentren sowie Gefängnissen und Unterkünften, aber auch die Versorgung, Betreuung und den Transport von Flüchtlingen auszulagern. 40 bis 50 % der Personalausgaben, so rechnen wissenschaftliche VertreterInnen der Sicherheitsbranche vor, ließen sich mit einem Outsourcing einsparen. Neben den Effizienz- und Kostenfragen ergeben sich aus der Privatisierung für Bund und Länder zahlreiche Vorteile daraus, ein privates Unternehmen zu beschäftigen. Ein abhängiges Dienstleistungsunternehmen stellt keine lästigen menschenrechtlichen Fragen oder plädiert gar für die Einhaltung von Mindeststandards. Eine Privatfirma lässt auch sicherlich keine öffentliche Kritik an katastrophalen Zuständen in Gefängnissen und Ausreiselagern verlauten. Darüber hinaus kann die Verantwortung für eskalierende Situationen und Vorfälle abgeschoben und als Versagen der Unternehmen ausgelegt werden.

Aus diesen Gründen werden wir es uns auch am diesjährigen Samstag, dem 29.11.2008 nicht nehmen lassen, im Sinne des internationalen Frauenkampftages gegen das Weiterbestehen des Frauenabschiebeknastes Neuss sowie aller anderen Abschiebeknäste und -mechanismen zu demonstrieren und unsere Wut und Trauer auf die herrschenden Zustände auf die Straße zu tragen.

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!
There’s no difference! Staatlichen Rassismus bekämpfen!
No border! No nation!

Antirassistische Demonstration am 29.November 2008 in Neuss
14:00 Uhr/Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf Neuss)

19. November 19 Uhr Kamen Dokumentation

Nazis in Sachsen

Eine kurzfristige Absage des Referenten lässt die heutige Veranstaltung “Strategien der Nazis” ausfallen und wird durch eine Doku über “Nazis in Sachsen” ersetzt.

Beginn: 19 Uhr
Ort: Backyard Cafe Kamen

Wir freuen uns.

Danke!

Am Samstag den 08.11.2008 demonstrierten ca. 120 Menschen unter dem Motto “Jeder Staat hat seine Geschichte. Das ist die deutsche!” Für die Opfer der “Reichspogromnacht” und gegen den modernen Antisemitismus.

Wir freuen uns über die postitive Resonanz und sind erstaunt und glücklich wie viele Menschen an diesem Tag nach Schwerte gekommen sind, deswegen bedanken wir uns bei allen Gruppen und Personen die uns an diesem Tag unterstützt haben.

Wir hoffen auch nach aussen gezeigt zu haben, dass Antifaschistische Arbeit in der Region existiert und es jederzeit möglich ist uns und unsere Arbeit zu unterstützen.

Der Blog wird in den nächsten Tagen ein wenig umgestaltet und als Homepage der Antifa m.A.U.S. weiterverwendet.

Bei weiteren Fragen, Anmerkugen und Ratschlägen stehen wir gerne zur Verfügung.

Antifaschistische Grüsse
Bis bald.

EA!

Hier die EA NR!

Die EA Nr. lautet 02304/ 251-07-23

Der EA ist ab 10 Uhr Morgens erreichbar.

Bis Morgen!

Ermittlungsausschuss am Samstag

Ermittlungsausschuss

Am Samstag wird es einen EA geben, der ab 10 Uhr (für eventuelle Genossinnen und Genossen mit weitem Anreiseweg) geschaltet ist.

Die NR. findet ihr hier ab Freitagabend.

Weitere Infos: Im Auflagenbescheid sind derzeit keine genauen Angaben über Fahnenstöcke oder Transpigrössen enthalten, stellt euch also am besten auf die “üblichen” Regeln ein.

Also dann bis Samstag.

Antifa m.A.U.S

Vorveranstaltung zum Thema “Reichspogromnacht” im Backyard Café Kamen!

Im Vorfeld der Demonstration in Schwerte wird es eine Mobilisierungsveranstaltung (Vortrag + Film) im Backyard Café Kamen geben.
Hierbei möchten wir die geschichtlichen Hintergründe zur “Reichspogromnacht”, die bei einer Demonstration öfters auf der Strecke bleiben, näher erläutern und auch anderen Fragen auf den Grund gehen, also:

Was geschah in der Nacht vom 9. auf den 10 November 1938?
Waren die Pogrome wirklich der “Volkszorn” den die NSDAP Führung propagierte?
Und was geschah eigentlich im Kreis Unna zu dieser Zeit?

Diese und andere Fragen wird unser Referent am 5.11.2008 um 19 Uhr im Backyard Café Kamen (http://backyard.blogsport.de/) klären und einen genauen Einblick in die Geschehnisse der “Reichspogromnacht” geben.
Wer Zeit und Lust hat ist hierzu herzlich eingeladen.

Demoaufruf zum 08.11.2008 in Schwerte

Jeder Staat hat seine Geschichte

Am 9. November 1938 wurde das, was die Nationalsozialisten seit Jahren angedroht hatten, Wirklichkeit. In einer generalstabsmäßig geplanten Aktion wurden in ganz Deutschland jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, Synagogen angezündet und Menschen verschleppt. Toleriert von Polizei und gelenkt von SA und SS fand der Antisemitismus der deutschen Gesellschaft ein Ventil in einem Akt der Gewalt.

Wie überall in Deutschland und nachher auch in Europa, wurden in Schwerte Jüdinnen und Juden Opfer der antisemitischen Verfolgung; sie wurden inhaftiert oder sogar ermordet, ihr Besitz wurde zerstört und geplündert. In nur einer Nacht war es möglich, das gesamte Leben der jüdischen Einwohner in Schwerte zu zerstören. Sie mussten zusehen wie ihre Synagoge zerstört und ihnen ihre Existenzgrundlage entzogen wurde. Von ehemals 120 Juden haben nur 4 die Verfolgung im Nationalsozialismus überlebt.

Bis weit in die Kriegsjahre hinein war Schwerte die Stadt mit dem größten Eisenbahnausbesserungswerk Europas und dem größten Schienenknotenpunkt in Westeuropa. So sind fast alle Deportationszüge aus Westeuropa (Frankreich, Belgien, Niederlande, etc.) nach Schwerte geleitet worden, um ihre menschliche Fracht von dort der industriellen Vernichtungsmaschinerie der Nazis zuzuführen. Das Schwerter Stadtarchiv spricht von 100000 über Schwerte deportierten. All dies geschah unter den Augen der Schwerter Bevölkerung.

Unter dem Eindruck der alliierten Bombardements und dem zunehmenden Mangel an Arbeitskräften wurde zwischenzeitlich ein Außenlager des KZ Buchenwald errichtet, um die Reparatur der Eisenbahnen, die kriegswichtiges Material transportierten und Jüdinnen und Juden deportierten, sicherzustellen.

Auch heute - 70 Jahre später – gibt es immer noch einen Bodensatz antisemitischen Gedankenguts im Land der TäterInnen von einst. Während der Satz „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“ bei 20% der Westdeutschen auf Zustimmung trifft, wird gleichzeitig mit Fragen wie „was habe ich mit dem Holocaust zu tun“ eine Beschäftigung mit den historischen Ereignissen verweigert.

Deshalb ist es umso wichtiger, an die Geschehnisse im Nationalsozialismus zu erinnern und der Opfer zu gedenken, sowie die potentiellen Opfer zu schützen.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration nach Schwerte!
Am Samstag den 8.11.2008 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof.

kostenloser Counter